18.12.2017 :: Sie befinden sich hier: Aktuelles / Newsansicht
TWG-SchülerInnen auf den Spuren des ersten Weltkrieges
Tagesfahrt nach Verdun

12.04.2017


Rund vierzig Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11 besuchten am 06.04.17 gemeinsam mit den Geschichtslehrern Frau Köster, Herrn Weber und Herrn Sänger Verdun, das zwischen Februar und Dezember 1916 Schauplatz einer der grausamsten und verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges war und bis heute als ein Synonym für das Grauen und die Sinnlosigkeit des Krieges gilt.  
Begleitet wurde die Schülergruppe vom Jugendoffizier der Bundeswehr Hauptmann, Michael Heim, der die Fahrt im Vorfeld organisiert hatte, und von Carsten Baus, dem Geschäftsführer der Landesgeschäftsstelle des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, der den Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Führung historische Hintergrundinformationen lieferte. Vor dem Besichtigungsprogramm nutzte Heim die Gelegenheit, den Jugendlichen sich und seine Arbeit als Jugendoffizier vorzustellen und auf die vielfältigen Aufgaben der Bundeswehr im Inneren und Äußeren einzugehen. Carsten Baus verwies auf die humanitären Aufgaben des Volksbundes, der im Auftrag der Bundesregierung die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland erfasst, erhält und pflegt und darüber hinaus unter dem Motto "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden" die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten fördert.  
Bereits die Anfahrt durch die von Granattrichtern zerfurchte Hügellandschaft um Verdun vermittelte ein eindrückliches Bild des ehemaligen Schlachtfeldes. Die erste Station der Besichtigungstour war Fort Douaumont, das größte und stärkste Fort des Fortgürtels um Verdun, das 1916 schwer umkämpft war. Der Rundgang durch die engen und dunklen Gänge der Anlage ließ die Schüler den beschwerlichen Alltag der Besatzung erahnen. Anschließend wurde das sog. Beinhaus in unmittelbarer Nähe besichtigt. Dieses ist die französische nationale Grabstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und beherbergt die Gebeine von 130.000 franz. und dt. Gefallenen, die nach der Schlacht nicht mehr identifiziert werden konnten. Im Inneren des Gebäudes mit seinem imposanten Tonnengewölbe sind Gedenktafeln mit den Namen und Todesdaten der Gefallenen zu sehen. Besonders ergreifend war für die Schüler die Tatsache, dass darunter sehr viele junge Männer waren. Der vor dem Beinhaus gelegene Soldatenfriedhof mit seinem Meer von schlichten weißen Holzkreuzen ist die letzte Ruhestätte von 15.000 französischen Gefallenen. Die Zitadelle von Verdun, eine unterirdische Festungsanlage und der Sitz des Generalstabes während der Schlacht von Verdun, erinnert mit Hilfe eines historischen Parcours an den beschwerlichen Alltag der Festungsbesatzung. Die letzte Station der Exkursion war der Besuch des deutschen Soldatenfriedhofs von Hautecourt. Auf diesem sind 7885 deutsche Kriegsgefallene begraben. Die Anlage ist eine der 833 vom VdK betreuten und gepflegten Kriegsgräberstätten. Sie wurde von freiwilligen jugendlichen Helfern des Volksbundes gestaltet.  
Bei der Ankunft in Dillingen waren sich alle einig, dass die Exkursion sehr lehrreich und interessant war. Den Schülerinnen und Schülern wurde anschaulich vor Augen geführt, welche verheerenden Auswirkungen Kriege haben. Als UNESCO-Projektschule ist das TWG einem solchen friedens-pädagogischen Ansatz besonders verpflichtet. Folglich wäre es wünschenswert, wenn Fahrten wie diese auch weiterhin fester Bestandteil des Schullebens blieben.  
Ein besonderer Dank der Schule geht an den Jugendoffizier Herrn Michael Heim, der in enger Absprache mit dem Kollegen Lars-Jürgen Jung die Fahrt initiiert und geplant hat. Der Bundeswehr danken wir für die Beförderung und die Übernahme der Eintrittskosten vor Ort. Zu großem Dank sind wir auch Herrn Carsten Baus für die kenntnisreichen und ausführlichen Informationen zu den einzelnen Stationen der Exkursion verpflichtet. 


zum Newsarchiv