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Ausstellung
Zeitzeugin am TWG

4.04.2014


In der Zeit vom 31.03. bis 04.04.2014 war die Ausstellung "Spurensuche" am TWG zu sehen, die sich auf 24 großformatigen Tafeln mit dem Schicksal einfacher Soldaten und ihrer Angehöriger im Zweiten Weltkrieg befasst.  
Bei der Ausstellung handelt es sich um ein gemeinsames Projekt des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Edith-Stein-Schule Friedrichsthal.  
Zur Ausstellungseröffnung durfte unsere Schule den Landesvorsitzenden des VDK Saarland, und ehemaligen Rektor der Edith-Stein-Schule Herrn Werner Hillen, und die Zeitzeugin Frau Doris Deutsch aus Wiebelskirchen begrüßen.  
Gemeinsam mit ihren Geschichtslehrern Marc Weber und Daniel Sänger hatten die Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen EP 3 und EP 5 den Besuch der Ausstellung und die Befragung von Frau Deutsch vorbereitet.  
In seinem Einführungsvortrag informierte Herr Hillen zunächst über den VDK und seine vielfältigen Tätigkeiten: Beim Volksbund handelt es sich um eine humanitäre Organisation unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, die sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe widmet, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. In seiner Obhut befinden sich derzeit über 800 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit insgesamt mehr als 2 Mio. Kriegstoten.  
Dem Motto "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden" folgend, liegt dem VDK im besonderen Maße auch die friedenspädagogische Arbeit an Schulen und Bildungseinrichtungen am Herzen, so Hillen. Kriegsgräberstätten werden auch als Ort der Mahnung, der historischen sowie ethischen Bildung und nicht zuletzt des Lernens betrachtet. Mit Projekten wie der Ausstellung "Spurensuche" möchte der VDK Kindern und Jugendlichen die Erkenntnis vermitteln, dass Frieden und Sicherheit keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern immer wieder neu "erarbeitet" und gesichert werden müssen.  
Nachdem Hillen in den Aufbau der Ausstellung eingeführt hatte, machten die Schülerinnen und Schüler ausgiebig von der Möglichkeit Gebrauch, Frau Doris Deutsch (Jahrgang 1937) über ihre Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg zu befragen.  
Sieben der Ausstellungstafeln sind dem Schicksal ihres Vaters Ernst Paul Kurz gewidmet, der im Jahre 1944 in der Schlacht an der Scheldemündung fiel. 1985 stellte Frau Kurz einen Antrag auf Grabnachforschung beim Volksbund, der ihr bereits einen Monat später mitteilte, dass ihr Vater auf dem Soldatenfriedhof Ysselstein/Niederlande zusammen mit mehr als 32.000 anderen deutschen Soldaten seine letzte Ruhestätte gefunden hat.  
Die einzelnen Tafeln zeigen Dokumente (Briefe und Fotografien) von Ernst Paul Kurz, die zum Teil tiefe Einblicke ins sein Leben und sein Erleben des Krieges liefern.  
Frau Deutsch, die Witwe des Holocaustüberlenden und Friedensbotschafters Alex Deutsch, ging bereitwillig auf die vielfältigen Fragen der Schülerinnen und Schüler ein, die zum Beispiel wissen wollten, was der Inhalt der Korrespondenz zwischen Herrn Kurz und seiner Familie war, welche Einstellung er zum Nationalsozialismus hatte und wie die Familie den schwierigen Kriegsalltag ohne den Vater meistern konnte.  
Den Schülerinnen und Schülern wird diese Erfahrung sicherlich lange in Erinnerung bleiben.  
 
Frau Deutsch sind wir für ihre Bereitschaft, ihre persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen mit den Schülerinnen und Schülern zu teilen, zu großem Dank verpflichtet.  
Ein besonderer Dank geht auch an Herrn Hillen und den VDK, der es uns ermöglicht hat, die Ausstellung an unserer Schule zu zeigen. 


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