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Gedenkveranstaltung zum 09.11.1938
TWG-Schülerinnen gestalten aktiv mit

24.11.2013

Bildmaterial folgt in Kürze

„Nie wieder – Gegen das Vergessen“: Unter diesem Motto hatte die Katholische Erwachsenenbildung im Kreis Saarlouis am 12. November 2013 zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung in die Dillinger Stadthalle geladen. Anlass der Veranstaltung war der 75. Jahrestag der „Reichspogromnacht“. Unter den zahlreichen Gästen waren auch viele Prominente aus Politik und Gesellschaft. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den beiden Brüdern Pierre und Pablo Hubertus.  
Hauptredner des Abends war der ehemalige saarländische Ministerpräsident und heutige Verfassungsrichter Peter Müller. In seinem Vortrag „Die Nürnberger Gesetze – Perversion des Rechts auf dem Weg zur Reichskristallnacht“ erläuterte Müller die Bedeutung der Nürnberger Rassegesetze aus dem Jahre 1935. Diese bildeten die juristische Grundlage für den Antisemitismus der Nationalsozialisten. Im anschließenden Beitrag vermittelten die TWG-Schülerinnen Marie und Giulia Kern sowie Paula Fellinger anhand von zeitgenössischen Quellen einen unmittelbaren Eindruck der erschütternden Ereignisse der „Reichspogromnacht“. Im Vorfeld der Veranstaltung wurden unter Mithilfe der beiden Geschichtslehrer Daniel Sänger und Marc Weber unterschiedliche Quellen mit Lokalbezug gesichtet und ausgewertet. In ihrem Vortrag verdeutlichten die Schülerinnen anhand von Augenzeugenberichten, dass die jüdische Bevölkerung auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft Opfer der nationalsozialistischen Gewaltexzesse wurde. Diesen bewegenden privaten Zeugnissen wurde die zynische Darstellung der Ereignisse in den offiziellen Verlautbarungen des NS-Regimes gegenübergestellt. Hierzu lasen die Schülerinnen einen Auszug aus der „Neuen Saarbrücker Zeitung“ vom 11.11.1938, in dem von „spontanen Entrüstungskundgebungen“ der Bevölkerung die Rede war. Am Ende ihres sehr anschaulischen Vortrags formulierten die Schülerinnen den Appell, sich der Ereignisse der Vergangenheit weiterhin zu erinnern, damit auch zukünftige Generationen ein Bewusstsein für das geschehene Unrecht entwickeln können. So lautete das Fazit der Schülerinnen: „Wer sich an die Vergangenheit nicht erinnern kann, ist unweigerlich dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein gemeinsames Gebet von Weihbischof Robert Brahm und Synodalassessor Prof. Dr. Joachim Conrad. In ihren Fürbitten drückte sich der Wunsch nach Vergebung und die Hoffnung aus, dass „Liebe stärker ist als Hass“. Mit diesen Worten endete eine würdevolle Veranstaltung, die einen wichtigen Beitrag zum Gedenken an die Ereignisse der „Reichspogromnacht“ leistete. Mit ihrem Engagement stellten die drei TWG-Schülerinnen eindrucksvoll unter Beweis, dass sich auch die junge, nachwachsende Generation ihrer Verantwortung gegenüber der Vergangenheit bewusst ist. 


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